Die anderen Themen sind dadurch aus meiner Sicht nicht entstellt.
Hier kommen aber einige Bezüge zum Tragen, die sich nicht eineindeutig auf die voran erstellten Beiträge in diesem Thema beziehen, ich bitte dies zu entschuldigen!
Danke - Sven (Moderator)
Hallo!
Ja, es ist leider schwer nachzuvollziehen, was es wann gab. Sicherlich wird es solche Unterlagen bei der Hanomag IG geben. Wer weiß wo??
Hanno - Dein Typ 11 ist quasi die Fortsetzung (Mercedes-Sprech: MOPF) der 1100er-Baureihe ab Ende 1932 (ab FIN 48.994). Zuvor hatte die Hanomag gegen die Continental-Reifen-Firma auch aus Hannover einen Rechtsstreit wegen der Benutzung des ‚Niedersachsen-Pferdchens‘ verloren. Es kam der sog. Spitzkühler, den ziert auch Dein 1100er. Dann gab es ab Mai 1933 keine Kfz.-Steuer für Neufahrzeuge mehr. Das alte Recht war ausgelaufen. Man hat sich dann dafür entschieden, keine Kfz.-Steuer für Neuwagen zu erheben. Die Alt-Halter-Regelung dürfte bekannt sein, spielt hier auch keine Rolle. Nebeneffekt war auch, dass die kleinen Motoren (800 ccm) nur sehr selten gekauft wurden.
Jedenfalls fing man dann irgendwann an, den Autos Namen zu geben. Bisher hat mir noch keiner gesagt, ab wann dies so war, vermutlich ab Mitte 1933.
Der 1100er (Typ 11) hieß dann wohl mal Kurier, das habe ich schon häufiger gehört. Zumindest ab 1934 hieß das 1100er-Modell mit dem Spitzkühler dann „Garant 11/4“ (11 = 1100 ccm / ‚4‘ = 1934). Es war alter Wein in neuen Schläuchen. Die neuen Karosserien kamen ja erst noch.
1934 war es beim Kurier soweit. Ebenso gab es am dem Jahr den Rekord, beides eigenständige Karosserien, wenn auch mit teilweise gleicher Technik unterm Blech. Es folgte 1935 der Garant als 'kleiner Kurier', mit alter Gemischtbauweise und mindest drei verschiedenen Karosserie-Herstellern. Außerdem auch als Cabrio-Limosine und Klein-Laster. Typ-Bezeichnung: 11/5 bzw. 11/6 (1935 / 1936). Ebenfalls war hier die bekannte Technik verbaut. Darum hatte ich an anderer Stelle mal geschrieben, dass es die Gleich-Teile-Strategie bei Hanomag schon lange vor der Zeit nach Apollo 13 gab.
Eine Besonderheit kommt noch: Der Typ 15. Dies war der Vorläufer des Rekord, gebaut in 1933, teilweise 1934. Man hat ‚experimentiert‘, sage ich mal. Es gab den Typ 15 sozusagen als vergrößerten Typ 11 (und mit Verstärkung an der Stirnwand). Vor Jahren habe ich mal vor einem gestanden, der ins danach gen Baden-Württemberg verkauft worden. Eingebaut wurde der 1500er-Motor mit (noch) 32 PS, eine Neuentwicklung der Hanomag. Daher sind die Bilder vom Typ 15 und Typ 11 hier schwer zu unterscheiden. Es gab den Typ 15 auch mit gegenläufigen Türen. Die Vordertüren waren vorne, die anderen hinten angeschlagen. Es fehlt die B-Säule. Die Winker saßen hinter den hinteren Türen in der C-Säule. Fotos einer Ruine habe ich aus einer seinerzeitigen Anzeige abgespeichert. Diese Fahrzeuge hatten ein „A“ vor vier Ziffern als Fahrgestellnummer. Es sollen gut 1000 gewesen sein. Ein Foto findet man im ‚Oswald‘, Seite 135, rechts.
Hier sieht man auch die Stoßstange mit der hanomag-typischen Art der Montage. Diese Bauart nimmt leichte Stöße auf, ich habe es unfreiwillig mal ausprobiert.
Die Stoßstange bei Deinem Typ 11 ist so nicht original. Die Zweiteilung an der vorderen Stoßstange ist mir neu. Die mittlere Befestigung ist sicherlich ein Eigenbau. Wenn man Edelschrottsammler’s Andrehkurbel sieht, stellt man fest, dass diese nicht durch das Führungsloch passt.
Kunststoffteile mag man nach dem Krieg ersatzweise verbaut haben, vielleicht hat dann auch jemand seinen Wagen bestpreismäßig als Art-Defacto (
Was Deine zweiteilige Vorderstoßstange angeht, so würde ich das schöne Eisen auch behalten. Anregung meinerseits ist, das gerade Flacheisen am Rahmen (an dessen Enden hast Du die Stoßstange befestigt) wegzumachen. Wenn Du nun aus 4 x 40 mm Flacheisen zwei Halbelipsen biegst, könntest Du damit die Stoßstange an den Enden und mittig (Stoßstelle) an dem Flacheisen befestigen. Dieser Halter säße dann an zwei Stellen am Rahmen. Damit hättest Du eine gewisse Federwirkung. Die Mitte der Stoßstange könntest Du auch mit einem Kennzeichen darüber kaschieren.