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Kurbelwellenlagerung Alternative zu Weißmetall

Verfasst: 26. Dez 2025, 20:12
von Edelschrottsammler
Hallo zusammen,

im Zuge der Motorüberholung meines Rekords habe ich mich mit Alternativen zur Weißmetalllagerung auseinandergesetzt. Bei einem Schaden oder Verschleiß bedeutet diese einen großen Aufwand zur Instandsetzung (ausschmelzen, ausgießen, Bearbeiten).
Ein Umbau auf neuere Lagerwerkstoffe (z.b. Lagerbronze) setzt eine gehärtete Kurbelwelle voraus.
Hierzu habe ich den Versuch gewagt meine Kurbelwelle Plasmanitieren zu lassen.
Bei diesem Verfahren wird mit, niedriger Temperatur (<600Grad), eine Oberflächenhärtung des Stahls erzielt (mit geringer Eindringtiefe).
Voraussetzung hierfür ist ein Mindestmaß an Legierungsbestandteilen im Ausgangsmaterial.
Leider ist die Rekordkurbelwelle sehr niedrig legiert.
Bis auf eine farbliche Änderung der Welle hat sich nichts getan.
Die Oberfläche wurde nicht härter, die Welle hat sich aber auch nicht verzogen.

Um die Welle trotzdem härter zu bekommen wird ein Aufkohlen und anschließendes Randschichthärten notwendig sein. Hierfür muss man aber wissen welcher Werkstoff vorliegt. Der nächste Schritt ist jetzt eine Materialanalyse der Kurbelwelle um das Härteverfahren definieren zu können.

Gruß
Pierre

Re: Kurbelwellenlagerung Alternative zu Weißmetall

Verfasst: 26. Dez 2025, 21:00
von Herr Ring
Früher war das Ausgießen der Weißmetalllager kein Hexenwerk.
In gängigen Automobil-Werkzeugkatalogen wurden Universalgießvorrichtungen und auch Weißmetall angeboten.

Heute erscheint es als Raketenwissenschaft, eben dies umzusetzen - entsprechend teuer wird es verkauft.
Eine fragwürdige Angelegenheit.

Re: Kurbelwellenlagerung Alternative zu Weißmetall

Verfasst: 26. Dez 2025, 21:04
von Edelschrottsammler
Heute bewegen wir uns im Bereich der Teiletauscherei, da macht ausgießen wesentlich mehr Aufwand.
Die finale Bearbeitung geht auch nur mit entsprechenden Maschinen, für den Hausgebrauch einiges an Aufwand.

Re: Kurbelwellenlagerung Alternative zu Weißmetall

Verfasst: 10. Jan 2026, 18:08
von Hanno
Interessantes Thema, ich habe die Kurbelwellenlagerung wegen hohen Spieles neu gemacht und mir Buchsen aus Lagerbronze drehen lassen. Wie ich jetzt lese ist das keine gute Idee. Nun gehe ich ja von keinen großen Laufleistungen aus und hoffe daß es keine existentiellen Probleme geben sollte.
Vielleicht hat auch schon jemand Erfahrung mit Bronzelagern gemacht? Mein 4/23 ist noch nicht am laufen, da geht erst mal nichts kaputt.